Klein aber fein
Es gibt helles und es gibt dunkles Bier. Gerade so, wie am heiligen
Berg in Kloster Andechs im bayerischen Herrsching am Ammersee. Nur,
dass es in Bruchhausen nicht die Benediktiner sind, die das edle
Gesöff brauen, sondern die Fürstenbergs in ihrer
Hofbrauerei unweit des Schlosses von Hubertus Baron von
Fürstenberg und seiner Gaugreben'schen Renteiverwaltung.
Das sauerländische Hofbräuhaus ist klein, aber fein.
Piekfein, möchte man sagen. Denn wer die Türen zum
Allerheiligsten, dem Sudhaus, öffnet, der ist
überrascht, wie hier alles blinkt.
Während der Baron als Eigner der ganzen Brauerei zu nennen
ist, ist Karl Cramer als Pächter dafür
verantwortlich, dass die Flaschen gut gefüllt sind und die
Fässer rollen. Und nicht nur im beschaulichen Europagolddorf
Bruchhausen an den Steinen, sondern darüber hinaus, quasi im
ganzen Hochsauerlandkreis. 500 hl stößt die kleinen
Brauerei aus. Die Vermarktung und auch die dazugehörende
Werbung obliegt Karl Cramer. Er ist dafür verantwortlich, dass
der Rubel rollt. Alles aber, was flüssig ist, sprich das Bier
und der Schnaps, dafür ist Braumeister Jürgen
Kombächer zuständig. Auf ihn ist Verlass.
„Er ist ein Garant für immer gleichbleibende
Qualität”, sagt Cramer, wohlwissend, dass mit einem
guten Braumeister der Laden steht oder fällt.
Gutscafé
Im historischen Fachwerkgebäude der
"Meierei" gibt das
Gutscafe
den geeigneten und rustikalen Rahmen für die gastliche
Entspannung und
Betreuung.
Restaurant und Cafe entsprechen der historischen Umgebung und eignen
sich auch für
Wandergruppen und Clubfeiern. Die dörfliche Gastlichkeit wird
gepflegt.
Malzig gut
Bornsteiner Landbier, sowohl hell (4,8 %) als auch dunkel (5,6
%) stehen das ganze Jahr über im Programm. Jetzt, vor dem
Christfest, gibt es noch das Weihnachtsbier, ein besonders dunkles
Gebräu, das sehr malzig, aber teuflisch gut schmeckt.
„Wir brauen ein Bier, das nicht gefiltert
wird”, sagt Cramer und verweist darauf, dass das Bornsteiner
Bier (so heißt der größte der vier
Bruchhausener Steine) ein absolutes Naturprodukt ist. „Wir
lassen bei einem extrem langen Reifeprozess step for step die Hefe ab,
die sich im Kessel unten absetzt. So klärt sich unser Bier von
selber, auch wenn unser Helles letztendlich immer etwas trüb
bleibt. Das ist so gewollt. Wie bei allen nicht konservierten
Naturprodukten ist das Fürstenbergsche Bier nur begrenzt
haltbar. In drei Monaten muss es getrunken sein. Sonst flockt die
Resthefe aus.”
Braugerste aus Kulmbach
Die Ingredienzien des süffig milden Bieres sind
allererste Sahne: Beste bayerische Braugerste aus Kulmbach, dazu milder
Aromahopfen aus Tettnang vom Bodensee. Das Geheimnis des milden Bieres
ist jedoch das Wasser, das aus gutseigener Quelle unterhalb der Steine
hervorkommt. „Einmalig zum Bierbrauen. So gut wie kein Kalk.
Besser geht es nicht”, sagte Cramer. 40 l pro Minute ist die
Bergquelle mächtig.
Für das Weihnachtsbier wird extrem
geröstetes Darrmalz verwandt. Dieses Bier ist fast
süßlich, ein Hochgenuss.
Aber auch sechs Sorten Likör stehen auf der
Angebotspalette. Darunter ein Edelbrand von Äpfeln und Birnen
gutseigener Streuobstwiesen auf 0,5 l Flaschen aufgezogen. Das Bier
gibt's sowohl in Fässern als auch in Zwei-Liter-Syphons und in
Ein-Liter-Bügelflaschen.